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Saalfeld wird Heilstollen-Kurort

Saalfeld wird Heilstollen-Kurort

Wirtschafsministerium gibt Zertifizierung als „Staatlich anerkannter Ort mit Heilstollenkurbetrieb“ bekannt

Saalfeld hat es geschafft: Als erster Kurort in Thüringen erhält die Stadt Saalfeld die Zertifizierung als „Staatlich anerkannter Ort mit Heilstollenkurbetrieb“. Das erteilte das Thüringer Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Der Mitteilung zufolge gratulierte Wolfang Tiefensee (SPD) zur erfolgreichen Anerkennung: „Mit diesem Prädikat verfügt die Stadt Saalfeld über ein echtes touristisches Alleinstellungsmerkmal. Der Heilstollenbetrieb stärkt den Ort und steht für einen hohen Qualitätsstandard.“ Das Prädikat ist bis 2027 gültig.

Yvonne Wagner: „Wir sind glücklich.“

In einer ersten Reaktion am Freitag erklärte sich die Geschäftsführerin der Saalfelder Feengrotten, Yvonne Wagner, hocherfreut gegenüber der OTZ: „Wir sind sehr glücklich, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat.“ Der Weg bis zum nun erteilten Kurort-Prädikat sei sehr lang gewesen. Yvonne Wagner zufolge hätten die ersten Gespräche dazu bereits 1995 begonnen.

Der zu den Feengrotten gehörende Heilstollen nehme nun in der allgemeinen Wahrnehmung einen viel höheren Stellenwert ein. Die dort angebotenen Inhalationskuren werden aufgrund der allergen- und feinstaubarmen Luft vor allem bei Atemwegserkrankungen eingesetzt.

Das Kurort-Prädikat ermöglicht es nun, mit den Krankenkassen Verhandlungen mit dem Ziel einer Kostenübernahme von Patienten-Aufenthalten im Heilstollen zu führen. „Ich bin da optimistisch“, erklärte Yvonne Wagner zu den Erfolgsaussichten. Wie die Feengrotten-Geschäftsführerin und die Chefin der Saalfelder Tourismus-GmbH weiter erklärte, sei das Kurort-Prädikat auch mit direkten Landesüberweisungen an die Saalfelder Stadtkasse verbunden. Yvonne Wagner zufolge erhalte Saalfeld künftig einen Anteil aus dem Fonds zum „Kurort-Sonderlasten-Ausgleich“. Aus diesem würden jährlich zehn Millionen Euro an die Kurorte im Freistaat Thüringen verteilt. Damit soll der Erhalt und die Schaffung von Kurort-bedingter Infrastruktur finanziert werden. Die Verteilung unter den Thüringern Kurorten erfolgte nach einem bestimmten Schlüssel, der an die Hotelbetten-Zahl in den jeweiligen Städten gebunden ist. Groben, noch ungenauen Schätzungen zufolge könnten so jährlich etwa 400 000 Euro auf Saalfeld entfallen.

Dem Landeswirtschaftsministerium zufolge ist Thüringen ein traditionelles Kur- und Bäderland. „Attraktive Kurorte und Heilbäder sind von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für Thüringen“, betont Tiefensee der Mitteilung zufolge. Im Jahr 2016 entfielen auf die Thüringer Heilbäder und Kurorte rund 2,5 Millionen Übernachtungen, so das Ministerium weiter. Die Tourismuszahlen in Saalfeld seien in den letzten fünf Jahren stabil gewesen. 2016 hätten in Saalfeld rund 104 000 Übernachtungen verbucht werden können. Gerade das Erlebnismuseum „Grottoneum“ und der Abenteuerwald „Feenweltchen“ auf dem Gelände der Feengrotten ziehen jährlich rund 170 000 Besucher an , so die Vize-Ministeriumssprecherin Peggy Hoy.

Stollenkuren haben lange Tradition in Saalfeld

Für die erfolgreiche Anerkennung mussten unter anderem Gutachten über die Luftqualität im und außerhalb des Heilstollens erbracht werden. Ebenso musste nachgewiesen werden, dass das Klima im Heilstollen für therapeutische Zwecke nützlich ist. Für die staatliche Prädikatisierung als Kurort sind außerdem qualitativ hochwertige Unterkünfte und Gastronomiebetriebe, eine moderne und gepflegte Infrastruktur, eine zertifizierte Touristinformation, Park- und Grünanlagen sowie ein touristisches Entwicklungskonzept notwendig.

Heilstollenkuren haben in Saalfeld lange Tradition. Schon 1937 wurde der erste Heilstollens Deutschlands unter dem Namen „Emanatorium“ eröffnet. Seit der Rekonstruktion und Wiedereröffnung im Jahr 1994 wird die Heilstollentherapie angeboten und medizinisch betreut. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Stollen, die besonders reine Luft frei von Feinstaub, Bakterien und Pollen und die konstanten Temperaturen von acht bis zehn Grad Celsius qualifizieren den Heilstollen für Therapien der Atemwege.

Guido Berg, OTZ Saalfeld, 16. Dezember 2017

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Thüringer Wirtschaftsministeriums >>


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